Alle reden vom Wetter. Auch die Vertreter der Ahlener Schützenvereine. Schließlich hatten vor allem die regenreichen Feste an Christi Himmelfahrt massive Auswirkungen auf Gäste- und Umsatzzahlen. Da wurden mitunter Marschwege verkürzt, Programmpunkte verlegt oder sogar gestrichen. Hinzu kamen diverse Hürden bei Genehmigungen.
In Summe fiel die Bilanz der Arbeitsgemeinschaft Ahlener Schützenvereine dennoch positiv aus, wie bei der Versammlung am Mittwochabend im Gasthaus Quante deutlich wurde. Vorsitzender Dr. Andreas Kirst, der alle bisherigen Feste besucht hatte, lobte das Engagement der vielen Ehrenamtlichen.
Werner Schlieper (Schützenverein Dolberg) zeigte sich im Rückblick froh, dass die Mehrzweckhalle im Dorf bei jedem Wetter einen weitläufigen Rückzugsort darstellt. „Und zum ersten Mal seit 60 Jahren hat bei uns ein Schützenkönig wieder seine Frau zur Königin erwählt“, sagte er. Gut besucht sei auch die Winterwanderung zum Jahresauftakt gewesen.
Undichte Stellen am Dach der Reithalle bei Quante, die mehrfach im Jahr zur Festhalle wird, kritisierten Benedikt Vilbusch („Alt- und Neuahlen“) und Jens Düding („Gemütlicher Westen“). Das sei gerade an Regentagen ein Problem für die Besucher und vor allem die Technik, weil beispielsweise der Discjockey etwas ungünstig mitten im Raum platziert werden muss. Positiv: 16 neue Mitglieder sind beim vorigen Fest den Bauernschützen beigetreten. „Die interne Nachlese war auch sehr gut“, so Vilbusch.
Beim „Gemütlichen Westen“ drehte sich in diesem Jahr alles um das 100-jährige Bestehen. Vorsitzender Düding zeigte sich noch immer ganz angetan vom ausverkauften Benefizkonzert im März in der Stadthalle. Doch auch das Schützenfest selbst mit dem integrierten Stadtschützenfest sei grandios gelaufen. „Nach 53 Neuaufnahmen liegen wir nun bei rund 480 Mitgliedern. Ich weiß auch nicht, woher dieser Auftrieb kommt“, gab er zu. Dabei beliefen sich die Eintritte auf alle Altersklassen. Dass alle Programmpunkte gestemmt wurden, sei eine logistische Meisterleistung gewesen. Aber: „Ich war danach noch eine ganze Woche müde.“
Dass dieses große Jubiläum auch Auswirkungen auf die parallel feiernden Vereine haben würde, war auch den Bürgerschützen klar, wie Frank Beier stellvertretend festhielt. „Es ist uns meiner Meinung nach trotzdem gelungen, unser Fest attraktiv zu halten.“ Dazu habe auch der neu eingeführte Fahnenappell vor dem Sommerfest beigetragen. Dazu stiftet der BSV nun jährlich einen Fahnenmast, während ein Mitglied im Gegenzug zu dieser Veranstaltung einlädt und für die Beköstigung sorgt. „Das wurde gut angenommen. Es gibt schon Kandidaten für die kommenden zwei Jahre.“
Bei den Vorhelmern, die ebenfalls an Himmelfahrt feierten, hatte das Fest mit einer kurzfristigen Neuabnahme der Vogelstangen begonnen. Dann folgte jene „toxische Kombination aus Kälte und Regen“, wie Vorsitzender Holger Hasselmann berichtete. „15 bis 20 Prozent weniger Bier wurde verzapft. Scherzhaft wurde hin und wieder nach Glühwein verlangt.“ Dafür habe es zuvor noch nie so viel Aspiranten gegeben. „Da waren ungefähr 15 ernstzunehmende Kandidaten.“
Insgesamt gut gelaufen sei auch das Fest der St.-Antonius-Bruderschaft Tönnishäuschen, berichtete Hubertus Bühlmeyer, zugleich auch AG-Vorstandsmitglied. 2029 stehe auch hier ein 100-Jähriges an, aber aus Rücksicht auf zwei weitere Jubiläen in den Jahren davor und danach sehe der Vorstand derzeit von der Ausrichtung eines dritten Stadtschützenfestes ab.
Was den Bierpreis angeht, liegen alle Vereine derzeit nah beieinander. Der Schnitt geht von drei Euro für ein 0,25-Liter-Glas bis zu 2,40 Euro für ein 0,2-Liter-Glas. Einige Festwirte hätten die Bargeldkassen reduziert und sind zu einem Wertmarken- oder Chipsystem übergegangen, wurde von den Schützenabordnungen mitgeteilt.
Der Allgemeine Bürgerschützenverein (ABSV) war bei der Versammlung nicht vertreten. Das Fest der Schützengemeinschaft Ahlen (SGA) steht noch bevor – vom 28. bis 30. August. Danach beteiligen sich zahlreiche Grünröcke aus der Wersestadt am Kreisschützenfest am 3. Oktober in Oelde. „2027 soll es auch wieder einen Schützenball für alle Vereine in der Stadthalle geben“, kündigte Dr. Andreas Kirst an. Wunschtermin der AG wäre der 9. Oktober. „Wir stimmen uns da noch genau ab.“
Die nächsten Stadtschützenfeste werden ausgerichtet vom Verein „Alt- und Neuahlen“, der 2028 sein 125-jähriges Bestehen feiert, und vom Allgemeinen Schützenverein Vorhelm, der 2030 auf sein 100-Jähriges blickt.
(Quelle: Ahlener Zeitung, Christain Wolff – Bild: Christian Wolff)
